Den Satz der Service Charges legt nicht die Hausverwaltung fest – die Aufsicht genehmigt ihn über das Mollak-System, und der Antrag scheitert ohne detaillierten Jahresbudgetplan, ohne mindestens drei Angebote je Dienstleister und ohne Bericht eines RERA-akkreditierten externen Prüfers. Eigentümer können ihren genehmigten Satz selbst nachschlagen. Aufgeschlüsselt anhand der offiziellen Servicekarten des Land Department.
Daten am 2026-09-14 anhand offizieller Quellen geprüft. Genehmigungsverfahren und Unterlagenumfang legt das Dubai Land Department (DLD) fest und kann sie ändern – die Primärquellen sind am Ende verlinkt. Die öffentliche Mollak-Seite trägt den Vermerk „Last Updated: 23/02/2020“; wir sagen das offen, denn das Aktualisierungsdatum einer Seite gehört zur Qualität der Quelle.
Die Service Charge ist der zweitgrößte Kostenblock eines Eigentümers nach der Finanzierung – und im Gespräch mit Käufern der undurchsichtigste. Diskutiert wird sie üblicherweise als „ungefähr wie viel pro Quadratfuß“. Die richtige Frage lautet anders: Wer hat diesen Satz genehmigt, und womit ist er belegt? Darauf gibt es eine offizielle Antwort.
Zuerst zwei Zahlungen trennen, die ständig verwechselt werden
Die Service Charge bezahlt Instandhaltung und Betrieb des gemeinschaftlichen Eigentums: Gemeinschaftsflächen, Aufzüge, Sicherheit, Reinigung, Versicherung, Verwaltung. Sie geht nach genehmigtem Budget an Ihre Hausverwaltung.
Die kommunale Wohnabgabe ist eine völlig andere Zahlung, mit anderer Bemessungsgrundlage und anderem Empfänger; sie kommt nicht von der Hausverwaltung. Wir haben sie gesondert behandelt – hier. Die Verwechslung ist teuer: Man sieht zwei Kostenzeilen und hält eine davon für doppelt berechnet.
Worauf das alles beruht: Gesetz und System
Die öffentliche Mollak-Seite nennt ihre Rechtsgrundlage direkt: Gesetz Nr. 6 von 2019 über gemeinschaftliches Eigentum (Jointly Owned Property).
Mollak selbst wird beschrieben als „ein neues, integriertes System zur Überwachung der mit Service Charges verbundenen Konten, gestützt auf Finanzkonten, die nach dem Mechanismus des Treuhandkontos arbeiten“. Das ist das entscheidende Detail, auf das wir zurückkommen: Nach Anlage des Systems vermischt sich das Geld der Eigentümer nicht mit dem Konto der Hausverwaltung.
Aufsicht führt die RERA innerhalb des Dubai Land Department.
Der Satz wird nicht verkündet, sondern genehmigt – und das stützt ihn
Das Land Department führt einen eigenen Service: „Approval of service fees and utilization fees“ – die Genehmigung von Service- und Nutzungsgebühren für gemeinschaftliches Eigentum über das Mollak-System. Eingereicht wird er nicht vom Eigentümer, sondern von der dienstleistenden Gesellschaft im Objekt. Der Service ist kostenfrei, dauert 25 Minuten und hat einen einzigen Kanal: die Website der Behörde (Mollak-System).
Am nützlichsten ist die Liste dessen, was die Gesellschaft beifügen muss. Genau sie beantwortet die Frage „Worauf beruht mein Satz?“:
| Was die Aufsicht verlangt | Warum es den Eigentümer angeht |
|---|---|
| Detaillierte Aufstellung des Jahresbudgets für die Service Charge des Projekts | Der Satz muss sich in Positionen zerlegen lassen, nicht eine einzelne Zahl bleiben |
| Mindestens drei Angebote je einzelnem Dienstleister | Ein Auftragnehmer darf nicht ohne Wettbewerb gewählt werden – eine direkte Preisbremse |
| Kopien der Service-, Wartungs-, Verwaltungs- und Versicherungsverträge sowie der Verbrauchsrechnungen | Unter jeder Budgetposition muss ein Dokument liegen |
| Bericht eines externen, von der RERA akkreditierten Wirtschaftsprüfers | Die Zahlen prüft ein Dritter, nicht die Gesellschaft selbst |
Eine gesonderte Bedingung: Gesellschaften, die in gemeinschaftlichem Eigentum Dienstleistungen erbringen, müssen im Emirat Dubai lizenziert sein.
Aus dieser Tabelle folgen drei Fragen, die ein Eigentümer stellen darf – nicht als Gefallen, sondern weil die Aufsicht die zugrunde liegenden Unterlagen verlangt:
- Zeigen Sie mir das genehmigte Jahresbudget, nach Positionen.
- Je Auftragnehmer: Wie viele Angebote lagen vor, und warum wurde dieser gewählt?
- Wer ist der Prüfer, und ist er RERA-akkreditiert?
Wo Sie Ihren eigenen Satz prüfen
Dafür gibt es den Service Charge Index. Laut offizieller Servicekarte erlaubt er, „sich über die genehmigten Service Charges für gemeinschaftliches Eigentum bei der Real Estate Regulatory Agency (RERA) im Emirat Dubai zu erkundigen“.
| Serviceparameter | Wert laut offizieller Karte |
|---|---|
| Kosten | auf der Servicekarte ist kein Entgelt angegeben |
| Dauer | sofort (Immediate) |
| Kanäle | Website der Behörde (Mollak-System), Website der Behörde, App Dubai REST |
| Eingaben | Projektname aus der Liste, Nutzung, Jahr |
| Für wen | für alle, unabhängig vom Aufenthaltsstatus |
Die öffentliche Indexseite bietet eine feinere Suche, als die Servicekarte beschreibt: Auswahl nach Master Community, Objektgruppe, Projekt und Hausverwaltung, dazu Nutzungen und Budgetjahr mit Start- und Enddatum.
Praktisch heißt das: Ihr Satz hat einen offiziellen Wert, gebunden an Projekt, Nutzung und Budgetjahr. Weicht das Abgerechnete davon ab, ist das ein Gespräch mit der Hausverwaltung – und keine Gegebenheit.
Wohin das Geld fließt: drei Zahlwege, und der erste ist das Treuhandkonto
Die offizielle Seite nennt drei Wege, eine Rechnung zu begleichen:
- Auf das in der Rechnung genannte Treuhandkonto, anschließend Mitteilung an die Hausverwaltung. Die Daten des Treuhandkontos sind, so die Quelle, auf der Rechnung abgedruckt; nach der Überweisung müssen Sie den Zahlungsbeleg per E-Mail oder persönlich bei der Verwaltung vorlegen, die Adresse steht im Fußbereich der Rechnung.
- Über die Hausverwaltung – auf deren Online-Portal, sofern vorhanden, oder in deren Büros.
- Über den Zahlungsdienst Noqodi – Wallet, Kreditkarte oder Online-Banking.
Praktische Folgerung: Die Bitte, auf ein Konto zu überweisen, dessen Daten nicht mit den auf der Rechnung gedruckten übereinstimmen, ist ein Grund innezuhalten und zu prüfen – kein Grund zur Eile. Und noch eines: Eine Überweisung ohne übergebenen Zahlungsbeleg gilt nach der Quelle als unabgeschlossene Handlung, nicht als „das Geld ist weg, alles Weitere geht mich nichts an“.
Praktische Reihenfolge für Eigentümer
- Den genehmigten Wert für Ihr Projekt im Index abfragen – mit Nutzung und Budgetjahr.
- Mit der Rechnung abgleichen. Eine Abweichung ist ein Thema, keine Selbstverständlichkeit.
- Das Budget nach Positionen anfordern, nicht die Schlusszahl.
- Nach den Angeboten fragen: „mindestens drei“ ist keine Marotte, sondern Genehmigungsvoraussetzung.
- Die RERA-Akkreditierung des Prüfers kontrollieren.
- Auf das Treuhandkonto aus der Rechnung zahlen und den Beleg der Verwaltung übergeben – sonst ist die Zahlung dort nicht abgeschlossen.
Gesondert: Bei einem Off-Plan-Kauf lohnt es zu wissen, ab wann Sie überhaupt Eigentümer mit Zahlungspflicht sind – den Unterschied zwischen Vorabregistrierung und Eigentumsurkunde behandeln wir hier.
Was wir hier NICHT behaupten
- Wir veröffentlichen keinen „Durchschnittssatz pro Quadratfuß“ für Dubai. Eine offizielle Antwort existiert nur für die konkrete Kombination aus Projekt, Nutzung und Budgetjahr, und der Index liefert sie. Jeder emiratsweite Durchschnitt wäre plausibel und unüberprüfbar – und für den Kunden ist eine solche Zahl schlechter als gar keine.
- Wir nennen weder Verfahren noch Frist für einen Widerspruch gegen den Satz. Beides steht nicht in den zitierten Servicekarten.
- Wir nennen keine Säumniszuschläge – auch die stehen nicht in diesen Quellen.
- Wir behaupten nicht, der Index-Service sei kostenlos. Die Gebührenzeile der Servicekarte ist leer; „nicht angegeben“ und „kostenlos“ sind zweierlei, und wir ersetzen das eine nicht durch das andere. Der Genehmigungsservice ist ausdrücklich als kostenfrei gekennzeichnet – dort schreiben wir es auch.
- Wir sind keine Anwälte, dies ist keine Rechtsberatung.
- Anforderungen und Verfahren ändern sich durch Entscheidung der Behörde – vor dem Gespräch mit der Hausverwaltung mit der Primärquelle abgleichen.
Quellen
- Dubai Land Department — Approval of service fees and utilization fees – wer einreicht, kostenfreier Service, 25 Minuten, Kanal Mollak, verlangte Unterlagen: Jahresbudget, mindestens drei Angebote je Dienstleister, Kopien der Verträge und Verbrauchsrechnungen, Bericht eines RERA-akkreditierten externen Prüfers; Lizenzbedingung für Dubai.
- Dubai Land Department — Service Charge Index – Zweck (von der RERA genehmigte Gebühren), Kanäle, Eingaben, Dauer „sofort“, Verfügbarkeit für alle.
- Mollak — Service Charge Index (öffentliche Seite) – Suchparameter: Master Community, Objektgruppe, Projekt, Hausverwaltung, Nutzungen, Budgetjahr.
- Mollak — Service Charge Payment – drei Zahlwege: Treuhandkonto aus der Rechnung mit Belegübergabe, Hausverwaltung, Noqodi-Service.
- Mollak — About Us – Rechtsgrundlage (Gesetz Nr. 6 von 2019 über gemeinschaftliches Eigentum), Treuhandkonto-Mechanismus, Berichtspflicht der Hausverwaltungen, Vermerk „Last Updated: 23/02/2020“.


